Das Plätschern der Tropfen dringt tief durch den Asphalt. Die Feuchtigkeit zieht durch das Haar bis zu meiner Kopfhaut.
Immer wieder spalten Reifen Wasserpfützen, lassen das Wasser aufschnellen und geräuschvoll zu Boden senken.
In der Dunkelheit, die nur vom grellen Licht gebrochen wird, sehe ich einen zweibeinigen Schatten, der durch eine Leine mit einem vierbeinigen Schatten verbunden ist. Dessen langes Fell, das ihn normalerweise lockig und fluffig umgibt, so stelle ich es mir vor, hängt triefend an ihm herunter, während sein Begleiter unter einem Regenschirm Schutz findet.
Ob er trotzdem glücklich ist, frage ich mich. Ob es ihn erfüllt, draussen im Wind und Regen der vollendeten Natur zu stehen, in seinem gebürtigen Element? Oder sehnt er sich nach einem Kamin mit knisterndem Feuer, wie ich es gerade tue?
Bin ich glücklich?
Umgeben von der Kälte, von der Nässe, die tief durch meine Kleidung dringt und meine Haut umhüllt?
An der frischen Luft, während ich hier allein auf den geselligen Bus warte, in dem es von Menschen wimmelt und man sich doch einsam fühlt?
Schaudernd blicke ich auf die graue Strasse vor mir. Mit angezogenen Schultern versuche ich, mich selbst aufzuwärmen.
Ich sehe nach rechts, ich sehe nach links, überschreite eine unsichtbare Schwelle, eine die nur für mich existiert und entscheide mich fürs Alleinsein mit mir anstelle der gesellschaftlichen Einsamkeit.
Meine Füsse verdrängen dumpf das Wasser unter ihnen. Ich gehe durch graue Strassen, die Kälte weicht und in den Pfützen sehe ich, wie sich die gebrochene Schönheit des Lebens spiegelt.
Ich bin glücklich.
Ich bin glücklich und allein.


